Die Macht von Visualisierungen

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftrage möchte aus Gründen des Personenschutzes den gläsernen Menschen verhindern.  Im Gegensatz zu mancher Meinung, verfolgt auch die Open Data Bewegung nicht dieses Ziel. Vielmehr will sie diejenigen Daten frei nutzbar machen, welche im Interesse der Gesellschaft stehen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Art und Weise der Aufbereitung, d. h. der Visualisierung. „Nackte Daten“ sind wenig interessant. Sobald man sie jedoch zueinander in Beziehung setzt und visualisiert, können sie an Aussagekraft gewinnen und sprechen mehr Leute an.

Im Internet gibt es heutzutage eine grosse Anzahl an brauchbaren Visualisierungstools. Zu nennen sind dabei bspw. Google fusion tables, Google spreadsheet charts, Open Heat Map, Tableau Public, Datamarket, Many Eyes, Color Brewer, batchgeo oder Chartsbin. Im Allgemeinen sind mir dabei folgende Punkte aufgefallen:

  1. Die Visualisierungssoftwares werden fast ausschliesslich in englischer Sprache angeboten.
  2. Für die angelsächsischen Länder können detailgetreuere und aussagekräftigere Kartenvisualisierungen erstellt werden als vom Rest der Welt.
  3. Es bedarf einiger Zeit, um sich mit den Programmen zurechtzufinden und diese gewinnbringend nutzen zu können.

Durch Visualisierungen können aus Daten Zusammenhänge geschaffen oder Erkenntnisse gewonnen werden, welche aus einem nicht aufbereiteten Datenpool nie herausgelesen werden könnten – dafür haben wir zu wenig Abstraktionsfähigkeit.

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              Hans Rosling, bekannter Datenvisualist, bei einer seiner Präsentationen.

Visualisierungen eröffnen aber oftmals auch grossen Interpretationsspielraum. Bei Datenzusammenführungen muss man sich deshalb fragen, ob dadurch nicht falsche oder irreführende Zusammenhänge erstellt werden. Um der Gefahr des unreflektierten Glaubens entgegenzuwirken, ist es daher unabdingbar, Visualisierungen kritisch zu hinterfragen. Schliesslich können Visualisierungen auch ganz einfach nichtssagend sein. Im Datenjournalismus werden täglich unzählige davon erstellt, wobei gemäss Aron Pilhofer, Editor of Interactive News der «New York Times», meint, dass diese nicht immer klug eingesetzt würden: „Es gibt heute eine Menge schlechter Visualisierungen – ich nenne das Datenpornografie“.

Um einige Visualisierungen im Zusammenhang mit Open Data anzuschauen, verweise ich an dieser Stelle an den Verein Opendata.ch. Dieser organisierte vor 3 Wochen die 2. Schwei­zer Make.opendata.ch-Hackdays in Zürich und Genf. Dabei erstellten die teilnehmenden Personen mittels gut­ar­ti­gen “Hacks” Anwendungen und Visua­li­sie­run­gen mit Daten des öffent­li­chen Ver­kehrs. Es wurden einige spannende Projekte realisiert, welche sich in einer Auflistung von weiteren spannenden Visualisierungen einreihen.

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