Kein Wasseranschluss für Schwarze in Ohio/USA

Firmen und Staaten sammeln immer mehr Daten ihrer Kunden bzw. ihrer Bürger. Was sich für die einen als lukratives Geschäft offenbart, verängstigt andere wegen der Preisgabe persönlicher Interessen und Verbindungen.

So sammeln aktuelle Social-Media Plattformen wie Facebook, Twitter, LinkedIn, Google + – mit insgesamt über 1`250`000`000 Mitgliedern – persönliche Daten, welche bspw. für Werbung und Meinungsforschung verwendet werden können.

Staaten tun es den Firmen gleich, indem sie ebenfalls Daten über ihre Bürger sammeln. Während in der Schweiz bereits in den späten 1980er Jahren bekannt wurde, dass Bundes- und kantonale Polizeibehörden über mehr als 700`000 Personen und Organisationen Fichen angelegt haben, stellt sich auch heutzutage die Frage, was mit den aktuellen Daten gemacht wird bzw. werden kann. Der mit diesem Thema sensibilisierte Bürger muss sich in diesem Zusammenhang die Frage stellen, wie er die preisgegebenen Daten zurückholen kann, um sie für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Eine Möglichkeit liegt in der Idee der Open Data.  Diese Bewegung will Daten öffentlich frei verfügbar und nutzbar machen und somit ein Fundament legen, um demokratische Kontrolle zuzulassen, die Bürger verstärkt an polititschen Entscheiden partizipieren zu lassen und (die von den Behörden sowieso erhobenen) Daten zur freien Nachnutzung zur Verfügung zu stellen. Laut Wikipedia zielt die Open Data-Bewegung darauf ab, durch die Abwesenheit von Copyright, Patenten oder anderen proprietären Rechten vorteilhafte Entwicklungen auszulösen. Open Data können amtliche Daten (z. B. Verteilung von Agrarsubventionen), Daten staatlicher Stellen (z. B. Vermessungsämter), Daten aus öffentlich geförderter Forschung, Daten aus Graswurzel-Initiativen (z. B. Oben Street Map), Open Linked Data u.s.w. sein.

Es stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten dieser neuen Transparenzmachung, der informationellen Selbstbestimmung und wo die Grenze zum Datenschutz verläuft.

Tim Berners-Lee zeigte bereits vor zwei Jahren, was sich alles mit Open Data herausfinden lässt. Beispielsweise den Zusammenhang zwischen einem Wasseranschluss im Haushalt und der Hautfarbe der Hausbewohner.

Wir wollen in diesem Blog in den nächsten Wochen auf die Möglichkeiten der Open Data-Bewegung eingehen und gleichzeitig das eng verbundene Thema des Datenschutzes miteinbeziehen.