Starke Communities als Grundlage zur Realisierung der „Open Government Data“-Strategien

Um die OpenData-Bewegung noch stärker ins Bewusstsein unserer Gesellschaft zu bringen, braucht es auch eine starke Community. Dadurch kann die Bewegung ihren Anliegen mehr Gewicht verleihen und sich Gehör verschaffen. Durch aktive Teilnahme am Thema können Anregungen und Verbesserungsmöglichkeiten geäussert werden, um das Ziel möglichst vieler öffentlicher und frei nutzbarer Daten voranzutreiben.
In der Schweiz macht sich dafür die OpenData-Community stark.
Bild Sie bietet neben einer offenen Mailingliste einen RSS Feed an. Zudem werden regelmässige Events (wie z. B. die Hackdays) organisiert, sodass der Kontakt und Kommunikationsfluss zwischen den OpenData-Interessierten optimiert werden kann. Im vergangenen Jahr ist es der Schweizer OpenData-Community erfolgreich gelungen, die Politik, Verwaltung und Medienlandschaft auf Open Government Data  aufmerksam zumachen.

Über die Wichtigkeit einer starken Community wurde auch am letztjährigen nationalen e-Gov-Symposium in Bern gesprochen. Zahlreiche  Referenten aus der Schweiz und Europa sprachen über ihre Erfahrungen in der elektronischen Verwaltung.
Dabei machte sich Peter Krantz, Vertreter der schwedischen E-Government-Delegation, dafür stark, die Community verstärkt in die Konzeption, Umsetzung von Strategien und Aktivitäten im Bereich von Open Government Data einzubinden.

Aber eine starke Community zu etablieren ist eine Herausforderung und verlangt viel Aufbauarbeit.

Eine internationale Community zu lancieren ist wahrscheinlich noch schwieriger. Umso spannender ist es, solche Bestrebungen zu verfolgen. Vom 24. – 25.04.2012 kamen Verantwortliche aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen, um sich am Verwaltungskongress „Effizienter Staat“  über die Möglichkeiten einer länderüber-greifende Zusammenarbeit in Sachen Open Government Data zu diskutieren.

Dabei wurden unter anderen folgende drei Ziele formuliert:

  1. „Die Förderung des Austausches und Dialoges zum Thema Open Government Data auf nationaler und übernationaler Ebene. Ziel ist der Aufbau und die Förderung einer Open-Government-Data-Community im D-A-CH-Verwaltungsraum.“
  2. „Die Vermarktung einer modernen Verwaltung inkl. Open Government Data als Standortfaktor.“
  3. „Die Förderung des Austausches zu Standards, Schnittstellen und Metadaten zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Communities dienen dazu, um sich für ein Thema stark zu machen und eine starke Basis zu schaffen. Im Bereich Open Government Data sind sie von zentraler Bedeutung, um zwischen privaten Aktivisten und der öffentlichen Verwaltung als Bindeglied zu wirken. Denn wie sagte doch Andreas Amsler unlängst: „Ohne die aktive Ein­bin­dung der Zivil­ge­sell­schaft, also auch der OGD-Community, sind ihre Ver­spre­chen ein­lö­sende Open-Government- und OGD-Strategien schlicht nicht denk– und umsetz­bar.“

Bildquelle – Durch die regelmässig veranstalteten Hackdays wird die Community gestärkt.

Die Macht von Visualisierungen

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftrage möchte aus Gründen des Personenschutzes den gläsernen Menschen verhindern.  Im Gegensatz zu mancher Meinung, verfolgt auch die Open Data Bewegung nicht dieses Ziel. Vielmehr will sie diejenigen Daten frei nutzbar machen, welche im Interesse der Gesellschaft stehen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Art und Weise der Aufbereitung, d. h. der Visualisierung. „Nackte Daten“ sind wenig interessant. Sobald man sie jedoch zueinander in Beziehung setzt und visualisiert, können sie an Aussagekraft gewinnen und sprechen mehr Leute an.

Im Internet gibt es heutzutage eine grosse Anzahl an brauchbaren Visualisierungstools. Zu nennen sind dabei bspw. Google fusion tables, Google spreadsheet charts, Open Heat Map, Tableau Public, Datamarket, Many Eyes, Color Brewer, batchgeo oder Chartsbin. Im Allgemeinen sind mir dabei folgende Punkte aufgefallen:

  1. Die Visualisierungssoftwares werden fast ausschliesslich in englischer Sprache angeboten.
  2. Für die angelsächsischen Länder können detailgetreuere und aussagekräftigere Kartenvisualisierungen erstellt werden als vom Rest der Welt.
  3. Es bedarf einiger Zeit, um sich mit den Programmen zurechtzufinden und diese gewinnbringend nutzen zu können.

Durch Visualisierungen können aus Daten Zusammenhänge geschaffen oder Erkenntnisse gewonnen werden, welche aus einem nicht aufbereiteten Datenpool nie herausgelesen werden könnten – dafür haben wir zu wenig Abstraktionsfähigkeit.

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              Hans Rosling, bekannter Datenvisualist, bei einer seiner Präsentationen.

Visualisierungen eröffnen aber oftmals auch grossen Interpretationsspielraum. Bei Datenzusammenführungen muss man sich deshalb fragen, ob dadurch nicht falsche oder irreführende Zusammenhänge erstellt werden. Um der Gefahr des unreflektierten Glaubens entgegenzuwirken, ist es daher unabdingbar, Visualisierungen kritisch zu hinterfragen. Schliesslich können Visualisierungen auch ganz einfach nichtssagend sein. Im Datenjournalismus werden täglich unzählige davon erstellt, wobei gemäss Aron Pilhofer, Editor of Interactive News der «New York Times», meint, dass diese nicht immer klug eingesetzt würden: „Es gibt heute eine Menge schlechter Visualisierungen – ich nenne das Datenpornografie“.

Um einige Visualisierungen im Zusammenhang mit Open Data anzuschauen, verweise ich an dieser Stelle an den Verein Opendata.ch. Dieser organisierte vor 3 Wochen die 2. Schwei­zer Make.opendata.ch-Hackdays in Zürich und Genf. Dabei erstellten die teilnehmenden Personen mittels gut­ar­ti­gen “Hacks” Anwendungen und Visua­li­sie­run­gen mit Daten des öffent­li­chen Ver­kehrs. Es wurden einige spannende Projekte realisiert, welche sich in einer Auflistung von weiteren spannenden Visualisierungen einreihen.

Open Data: Wer bezahlt?

In der Schweiz tut sich etwas in der Open Data-Bewegung. Vor 10 Tagen fand in Bern die Gründungsversammlung des Vereins opendata.ch statt. Er hat sich laut Statuten zum Ziel gesetzt, sich in der Schweiz für den rechtmässigen offenen Zugang zu Daten und die rechtmässige freie Wiederverwendbarkeit von Daten einzusetzen. („Open Data“).

„Open Data“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf Behördendaten („Open Government Data“/ OGD), Daten des öffentlichen Sektors („Public Sector Information“/ PSI) und wissenschaftliche Daten („Open Science“), unter der Voraussetzung, dass die Verwendung der Daten oder der Zugang dazu nicht aus Datenschutzgründen oder wegen anderer übergeordneter Interessen eingeschränkt sind. (mehr …)